Aktuelles

Folgenreicher Oktoberfestbesuch: Schmerzensgeld nach körperlicher Auseinandersetzung

Das AG München hat einem Oktoberfestbesucher 500 Euro Schmerzensgeld zugesprochen, weil ihn der körperlich überlegene Beklagte ohne Rechtfertigung ein bis zwei Minuten am Boden fixierte, auch wenn weitergehende Verletzungen diesem Verhalten nicht nachweislich zurechenbar waren (Az. 223 C 11265/25).

Anwalt muss nach gescheiterter Videoverhandlung technische Probleme rechtzeitig klären

Wer schon beim ersten Versuch wegen technischer Probleme nicht in die Videoverhandlung kommt, muss rechtzeitig vor der zweiten Verhandlung die Ursache der Störung ermitteln und beseitigen. Auf diese Entscheidung des BGH weist die BRAK hin (Az. I ZR 31/26).

Vorzeitiges Ende eines ohne die erforderliche Erlaubnis betriebenen Hüpfburgparks

Wird ein mobiler Hüpfburgpark betrieben, ohne die in der Erlaubnis aufgegebenen Bedingungen zu erfüllen, kann er sofort stillgelegt werden. Das hat das VG Berlin entschieden (Az. VG 10 L 445/26).

Bezirk darf befristete Vermietung im Milieuschutzgebiet untersagen

Die befristete möblierte Vermietung von Wohnungen, die vorher dauerhaft vermietet worden sind, stellt in Milieuschutzgebieten eine genehmigungsbedürftige Nutzungsänderung dar. Das hat das VG Berlin entschieden (Az. VG 19 K 95/26).

Materieller Schadensersatz wegen Diskriminierung im Stellenbesetzungsverfahren - Haftungsumfang

Das BAG hat entschieden, dass ein wegen Altersdiskriminierung bei einer Einstellung benachteiligter Bewerber nicht unbegrenzt Verdienstausfall verlangen kann, wenn er später eine angemessene und dauerhafte neue Beschäftigung gefunden hat, wodurch der Zusammenhang zwischen Benachteiligung und Schaden entfällt (Az. 8 AZR 153/25).

Bundesregierung legt EEG-Novelle vor

Die Bundesregierung will das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) grundlegend reformieren und hat dazu den Entwurf eines Gesetzes „für einen planbaren, kosteneffizienten, netzverträglichen und marktorientierten Ausbau der erneuerbaren Energien im Stromsektor“ (BT-Drs. 21/7867) vorgelegt.

Erfundene Vorversicherungszeiten: Mitgliedschaft in der GKV kann zurückgenommen werden

Eine Krankenkasse kann die Entscheidung über die freiwillige Mitgliedschaft eines Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zurücknehmen, wenn diese auf unwahren Angaben über Vorversicherungszeiten beruht. Dies hat das LSG Berlin-Brandenburg entschieden (Az. L 16 KR 441/25).

Hund und Welpen - der feine Unterschied zwischen Haben und Gehören

Das LG Landau hat entschieden, dass eine Hundezüchterin die Herausgabe einer Hündin und ihrer acht Welpen verlangen kann, weil sie trotz Besitzüberlassung Eigentümerin geblieben war und der Käufer durch die Verweigerung der vereinbarten Welpenauswahl eine wesentliche Vertragspflicht verletzt hatte (Az. 3 O 24/22).

"Werkstattrisiko" in der Kfz-Kaskoversicherung

Der BGH hat entschieden, dass die vom Kfz-Kaskoversicherer zu erstattenden "für die Reparatur erforderlichen Kosten" grundsätzlich keine unberechtigten Rechnungspositionen umfassen. Das sog. Werkstattrisiko verbleibt insoweit in der Regel beim Versicherungsnehmer (Az. IV ZR 235/25).